Wo sind die chinesischen Autos?

In China sieht man vor lauter Autos kaum noch Fahrräder in den Städten. Ein Großteil dieser Fahrzeuge stammt aus chinesischer Produktion. Es ist noch nicht allzu lange her, da gerieten deutsche Medien in helle Aufregung, weil wohl schon bald mit einer Schwemme chinesischer Fahrzeuge auf dem deutschen Markt zu rechnen sei. Von ein paar sehr zaghaften Versuchen abgesehen, scheinen die Bemühungen von Chery oder Brilliance im Sande verlaufen zu sein, hier Fuß zu fassen. Und das, obwohl in anderen Ländern wie der Türkei oder Ägypten durchaus beachtliche Verkaufserfolge erzielt werden.

Insbesondere Chery ist auf türkischen Straßen innerhalb kürzester Zeit sehr präsent geworden. Dabei ist es ja nicht so, dass in der Türkei ansonsten billige Autos das Bild dominierten. Vielmehr hat man – zumindest in Städten wie Istanbul – das Gefühl, mehr neue und moderne Autos zu sehen als in Deutschland. Während es Brilliance oder Landwind in Deutschland immerhin schon versucht haben, gab es Chery und andere hierzulande bislang aber nur auf Automessen zu sehen.

Haben Chinas Hersteller etwa Sorge, dass sie in Deutschland nichts verkaufen könnten? Vermutlich. Und vermutlich sogar zurecht. Nicht nur, dass die Deutschen nach ziemlich verheerenden Crash-Tests einiger chinesischer Modelle um ihre Sicherheit fürchten. Zum anderen wird auch in Zukunft die deutsche Automobil-Lobby alles daran setzen, Fabrikate aus dem Reich der Mitte schlechter zu machen als sie sind. Auch bisher konnte man sich nicht des Eindruckes erwähren, dass diese Lobby mit Hilfe der Medien alles versucht hat, um Landwind und Brilliance schlecht aussehen zu lassen.

Beispiel gefällig? Beim Landwind hieß es immer, er sei eine Kopie des Opel Frontera. Ja natürlich war er das! Genau so, wie der Opel schon eine Kopie des Isuzu Rodeo war. Isuzu und Opel gehören beide zu General Motors. Der Opel wurde von Isuzu gebaut und nur mit einem anderen Namen versehen. Und Isuzu wiederum hat Anteile an Landwind. Warum soll dann Landwind nicht einfach ebenfalls dieses Auto unter eigenem Namen bauen dürfen? Ein Plagiat war es also keinesfalls. Vielmehr handelt es sich um Geschwister.

Ich habe mich immer gewundert, warum mehr oder weniger baugleiche Autos im Crashtest total unterschiedlich abschneiden sollten. Der Landwind jedenfalls bekam ein äußerst mieses Zeugnis – und keiner wollte ihn mehr fahren. Als ein paar Jahre zuvor der Opel Frontera auf den Markt kam, hat aber niemand laut aufgeschrien, das dieses Fahrzeug ein Gesundheitsrisiko darstellen könnte. Klar: Ein Wagen trägt einen deutschen Namen. Ein Wagen einen chinesischen.

Oder aber – ich will mich um Objektivität bemühen – der Landwind war wirklich an entscheidenden Stellen primitiver gebaut und tatsächlich schlechter.

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Wo bleibt denn nun die Flut chinesischer Autos? Auf den ersten Blick erscheinen so manche chinesische Autos wirklich nicht für Europa zu taugen. Das Design ist oftmals sehr gewöhnungsbedürftig. Mancher Hersteller nimmt es mit der Qualität auch nicht allzu genau. Aber wenn ich mir zum Beispiel die Cherys in der Türkei anschaue, sehen die ordentlich aus – sowohl was Design als auch Materialanmutung betrifft.

Vielleicht sollte mir aber zu denken geben, dass selbst meine chinesische Freundin deutsche Autos bevorzugen würde…

Ein Gedanke zu „Wo sind die chinesischen Autos?

  1. Wie Du selbst erwähnt hast, gibt es 2 hauptgründe dafür, warum man in DE kaum chinesische fahrzeuge zu sehen bekommt: Zu einem die Qualität zum anderen die Autolobby.
    Ich denke aber das deutscher Automarkt hat für Chinas Autohersteller mehr ein Prestige-Status, vom Ansatz her gibt es viel interessantere Länder in denen die Chinesische Automobile durchaus zum Strassenbild gehören.

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