Die Oasenstadt Turfan – der passendere Ort für unser Wetter

Deutschland glüht bei weit über 30° im Schatten. Eigentlich ein idealer Zeitpunkt, um einmal nach Turfan zu reisen, denn an die dortigen Temperaturen sind wir ja jetzt schon fast gewöhnt. Doch außer den flammenden Bergen und dem dort befindlichen heißesten Punkt Chinas bietet die Oasenstadt noch eine ganze Menge Sehenswertes.

Turfan – auch bekannt als Turpan oder in chinesischer Pinyin-Umschrift „Tulufan“ – ist eine kleine Stadt in der westchinesischen autonomen Region Xinjiang. Sie liegt am Südrand des Tianshan-Gebirges nahe dem tiefsten Punkt Chinas, der mit 154 Metern unter Null auch der dritt-tiefste Landpunkt der Erde ist. Die Gegend ist äußerst niederschlagsarm – und trotzdem gedeiht hier unglaublich leckeres Obst. Die Rosinen aus Turfan sind vermutlich die besten der Welt. Dabei macht man sich die relative Nähe des Tianshan-Gebirgen zu nutzen. Die hier fallenden Niederschläge werden über ein teilweise viele Jahrhunderte altes unterirdisches Kanalsystem nach Turfan geleitet und zur Bewässerung der Felder genutzt.

In der Stadt selbst gibt es mit dem reich verzierten und ungewöhnlich gestalteten Emin-Minarett und dem Museum, in dem u.a. Mumien und Dinosaurier-Skelette zu sehen sind, ein paar erwähnenswerte Sehenwürdigkeiten. Die wahren Schätze liegen aber etwas außerhalb. Besonders hervorzuheben sind dabei die beiden Ruinenstädte Gaochang und Jiaohe. Beide Städte hatten vor mehr als 1000 Jahren ihre Blütezeit. Heute zeugen noch erdfarbene Ruinen von Ihrer Existenz und an mehr als einer Stelle ist man sich heute kaum noch sicher, was natürliche Hügel oder was einst Häuser gewesen sind. Die größeren Tempelanlagen sind aber in beiden Städten noch sehr gut auszumachen.

Die 1000-Buddha-Grotten von Beziklik verdienen ihren Namen heute kaum noch. Die meisten Buddhadarstellungen wurden im Laufe der Jahrhunderte geraubt oder aus aus religiösen Motiven entfernt. Dennoch lohnt ein Besuch, denn alleine das Tal, in dem Grotten liegen, ist die Anreise wert! Steil abfallende Sand- und Geröllhänge ohne jede Vegetation. An deren Fuße jedoch verläuft ein kleiner Fluss und spendet einem schmalen grünen Streifen mit zahlreichen hohen Bäumen seine Lebenskraft.

Zwischen Turfan und Beziklik liegt der bereits erwähnte heißeste Punkt Chinas. Vor den Flammenden Bergen können Sie sich rösten lassen. Fast wie zurzeit in Deutschland. Nein, viel besser! Es ist im Sommer dort in der Regel noch sehr viel heißer – in der Sonne gerne mal 70 oder mehr Grad Celsius – aber dabei ist die Luft so trocken, dass es nicht allzu unangenehm wird.

Übrigens: Es kann auch unglaublich kalt werden in Turfan. Aber kein Problem: Erinnern Sie sich einfach an unseren vergangenen Winter in Deutschland. Dann haben Sie in etwa eine Vorstellung davon, wie kalt es in Turfan im Winter wird.

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