Zug fahren in China – Schritt für Schritt

Wie läuft das eigentlich ab, so eine Zugfahrt? Wir nehmen Euch mit auf eine Fahrt von Peking nach Taiyuan. Zug fahren in China mit dem Hochgeschwindigkeitszug.

Hochgeschwindigkeitszug der japanischen Variante

Hochgeschwindigkeitszug der japanischen Variante

Peking – Bahnhof

Der ganz normale Ablauf ist wie folgt:

  1. Pass- und Fahrkartenkontrolle.
    Man kommt nicht so einfach in den Bahnhof rein. Dazu muss man eine Autorisierung vorweisen In unserem Fall eine Bahnfahrkarte. Dass die Fahrkarte wirklich zu mir, dem Reisenden passt, wird mit dem Reisepass nachgewiesen. Deshalb muss man übrigens auch bei der Buchung seine Passnummer angeben. Am besten ist immer eine passkopien, dann sollte es zu keinen Fehlern beim Namen und bei der Passnummer kommen.
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  2. Die Sicherheitsprüfung
    Zug fahren in China hat etwas von einem Flug. Zum Beispiel die Sicherheitskontrolle: Die läuft wie auf dem Flughafen ab: Man steckt sein Gepäck samt Jacke usw. in einen Scanner. Langsam läuft es durch auf einem Band durch den Scanner. Währenddessen erfolgt eine Untersuchung des dazugehörigen Menschen. Meistens auch mit einem Scan-Gerät. Wobei niemand gleich Theater macht, weil man seinen Gürtel nicht zum Gepäck getan hat. Auch Flüssigkeiten usw. dürfen in Flaschen mit mehr als 100ml mitgeführt werden.
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  3. Die Bahnhofshalle
    Hier herrscht meistens ein unbeschreibliches Durcheinander. Es gibt Geschäfte, die alles mögliche verkaufen, Leute, die sich zum Warten auf den Boden gesetzt haben. Unmengen Gepäck an jeder Ecke mit ihren dazugehörigen Reisenden.
    Eine Anzeigetafel, wie wir sie kennen, gibt es in der Regel nicht.
  4. Die Anzeigetafel
    Eine Anzeigetafel gibt es! Dort wird jeweils die Zugnummer mit dem dazugehörigen Gate angezeigt. Und je nach Bahnhof auch die Abfahrtzeit. Das Wichtigste ist aber, dass man seine Zugnummer findet.
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  5. Der Wartesaal und das Gate
    Wie auf einem Flughafen gibt es bei den neuen Bahnhöfen jeweils einen Wartebereich vor dem Gate. Erst wenn der Zug einfährt, werden die Türen geöffnet. Nach einer letzten Fahrkartenkontrolle darf man dann auf den Bahnsteig. Dieser wird heute meistens über eine Treppe hinunter erreicht. In dem Wartesaal findet man letzte Möglichkeiten, seinen Proviant aufzubessern oder Souvenirs zu kaufen. Auch Toiletten gibt es.
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  6. Der Bahnsteig
    Erst nach einem Extra-Aufruf darf man auf den Bahnsteig. Vorher werden noch einmal die Fahrkarten kontrolliert. Diejenigen, die die harte Bretterklasse gebucht haben. rennen anschließend um die Wette. Für alle anderen ist es entspannter. Die Ausschilderung ist gut. Es wird sogar darauf hingewiesen, wo welcher Wagen hält und wo dann die Türen aufgehen.
  7. Im Zug
    Sitzplätze und Betten sind alle nummeriert, da findet man schnell seinen Platz. Meistens ist auch eine nette Schaffnerin da, die einem hilft.
    Der Zug hat einen Speisewagen, meistens Wagen Nr. 8. Auch kommen häufig Verkäufer mit Getränken und Snacks durch den Zug. Es gibt ein Heißwassergerät, an dem man sich seinen Instant-Kaffee oder die Nudelsuppe aufbrühen kann.
    Vorsicht: Das Wasser, das aus den Leitungen der Waschbecken kommt, ist kein Trinkwasser!
    Die Zugtoiletten sind meistens asiatische Hockklos. Aber man findet vor allem in den modernen Hochgeschwindigkeitszügen auch westliche Toiletten.

    Fotos: In der ersten Klasse

Zug fahren in China: Einfach und komfortabel!
Hab ich noch was vergessen? Dann bitte meldet Euch!

Und wenn Ihr die ganze Bandbreite des Zug fahren in China kennen lernen möchtet, dann haben wir genau die richtige Reise für Euch!
Quer durch China mit dem Zug: Hochgeschwindigkeitszüge, Tibet-Bahn, Dampflokromantik und mehr!

Gute Fahrt!

6 Gedanken zu „Zug fahren in China – Schritt für Schritt

  1. Die Sicherheitskontrollen sind mir auch ein Rätsel. Ich fahre täglich mit der Shanghai Metro, da wird auch kontrolliert aber nur sehr oberflächlich. Jedoch habe ich mal eine Wassermelone mitgenommen und auch ein dickes Messer dass ich sie schneiden kann und auch das hat niemand gestört.
    In der Suzhou Metro musste ich allerdings aus meiner geöffneten Wasserflasche trinken, um zu Beweisen dass es sich nicht um Gift handelt.

    • Hallo Dominik,
      Ja, da kann ich nur zustimmen. Irgendwie paradox und wirklich nicht immer gründlich, die Sicherheitskontrollen an Bahnhöfen in China. In der U-Bahn kann ich manchmal kaum nachvollziehen, ob da überhaupt wirklich kontrolliert wird.
      Beste Grüße
      Marthe

    • Interessant. Mit meinem Schweizer Taschenmesser hatte ich bisher bei noch keiner Kontrolle auf chinesischen Bahnhöfen Probleme. Nur bei der Fahrt zur Dreischluchtentalsperre musste ich es abgeben (habe es danach aber am Checkpoint wieder bekommen). Wobei ich mich nach wie vor frage, was ich wohl damit gegen das Betonmonster hätte ausrichten können. Bin ja schließlich nicht MacGyver 😉

      • Hallo David,
        Taschenmesser können ja den Menschen dort gefährlich werden. Ob die Sicherheitsdurchleuchtungen wirklich immer genau und gewissenhaft in China durchgeführt werden, wage ich zu bezweifeln.
        Beste Grüße
        Marthe

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