Abenteuer Bus fahren in China

UPDATE März 2016
Den originalen Beitrag (weiter unten) schrieb Timur im März 2011. Seitdem sind so einige Jahre vergangen, Die Situation der Busse hat sich, zumindest in der großen Städten, sehr verbessert. Trotzdem möchte ich (Marthe) immer noch behaupten, dass gerade das Busfahren eine große Herausforderung ist und eigentlich ein wenig Chinesisch voraussetzt. Denn wie soll man sonst genau herausfinden, wohin der Bus fährt? An der Haltestelle sind bei allen Buslinien  die Endstationen in Pinyin, also der lateinischen Umschrift, aufgeführt. Trotzdem bleibt es schwierig.

Bushaltestelle in einem Vorort von Peking

Bushaltestelle in einem Vorort von Peking

Und wenn die nächste Haltestelle ausgerufen wird, versteht man das meistens nicht. Eine sehr hilfreiche Methode, seine persönliche Station nicht zu verpassen, ist es, den Namen der Haltestelle oder des Ziels auf Chinesisch dabei zu haben. Das hält man dann möglichst vielen Passagieren und dem möglicherweise vorhandenen Schaffner unter die Nase. So eine Fahrt ist immer noch ein Abenteuer, spannend, mit ungewissem Ausgang. Oder man nimmt die U-Bahn. Denn dort sind die einzelnen Haltestellen auf Pinyin aufgeführt. Das kann man wenigstens lesen.

Abenteuer Bus fahren (Timur 2011)

Urlaub in Städten ist sicher nur selten ein Abenteuer. Zumindest nicht in wirtschaftlich erfolgreichen Großstädten. Wer Zwischendurch aber dennoch ein bisschen Abenteuer und Ungewissheit sucht, kann das in China ganz leicht bekommen. Besonders wenn keine Chinesisch-Kenntnisse vorhanden sind. Dann sollte man einfach mal versuchen, mit dem Stadtbus an sein Ziel zu kommen.

Das Netz der Buslinien ist in chinesischen Städten generell sehr engmaschig und die Busse kommen auf den meisten Strecken sehr oft. Die Abstände können dabei zwar sehr unregelmäßig sein, was vor allem an dem unberechenbaren Verkehr liegt, aber allzu lange wartet man nur selten. Außerdem sind die Busse wirklich sehr billig. Insofern spricht vieles für dieses Verkehrsmittel.

Die Probleme beginnen jedoch für Ausländer ohne Chinesisch-Kenntnisse dann, wenn man herausfinden will, welcher Bus wohin fährt, da die Beschriftungen in aller Regel nur in Schriftzeichen existieren. Immerhin sind die Ansagen zu den Haltestellen in einigen Städten zweisprachig. Zumindest erklingt nach der chinesischen Ansage oftmals etwas, das Englisch sein soll, aber manchmal nur mit viel Fantasie zu verstehen ist. Doch wenn ich mir die Ansagen in Hamburgs S-Bahn anhöre, ist das dortige Englisch auch eher beklagenswert.

Wer außerhalb der Rush-Hour unterwegs ist, kann sogar mit einem Sitzplatz rechnen. Viel Komfort gibt es meistens dennoch nicht, denn die Technologie der Busse entspricht nur in wenigen Städten einem modernen Stand. In kleineren Orten aber auch in Metropolen wie Qingdao kann das Gefährt hingegen auch mal der Antike entsprungen sein – Federung ist dann quasi Fehlanzeige und die Sitze sind sowieso ungepolstert.

In der Rush-Hour spielt das dann aber sowieso keine Rolle mehr. Dann sind die Busse oft so voll, dass ein Stehplatz ohne engen Körperkontakt zum Nachbarn Luxus wird. Eine Erfahrung, die man gerne mit einem Taxi vermeiden möchte. Leider sind diese während der Rush-Hour sehr rar, weil auch viele Chinesen lieber mehr Geld zahlen als die qualvolle Enge zu ertragen.

Trotz allem würde ich eine Busfahrt durchaus mal empfehlen. Es muss ja nicht gleich in der Hauptverkehrszeit sein. Und selbst wenn es Ihnen keinen Spaß macht, können Sie Ihren Freunden in Deutschland anschließend mit stolzer Brust erzählen, welch großes Abenteuer Sie in einer chinesischen Stadt mutig bestanden haben!

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