Ming Sha Shan – Das Dünen-Erlebnis der Superlative

Waren Sie schon mal auf der „großen Düne“ in Sylt und fanden diese beeindruckend? Ich kann Ihnen nach meiner letzten Chinareise sagen: Diese Düne ist (ohne Sylt beleidigen zu wollen) ein Witz. Zumindest im Vergleich zu ihren großen Kollegen bei Dunhuang. Dort türmen sich die Sandmassen bis zu 500 Metern Höhe auf. Das ist nicht nur ein absolut spektakulärer Anblick, sondern auch eine sportliche Herausforderung für jeden, der gewillt ist, diese zu erklimmen.

Bevor man sich daran macht, den Ming Sha Shan zu besteigen, sollte man jedoch noch zwei Dinge wissen: Erstens kostet das Areal Eintritt und ist sehr touristisch, wobei man aber in dem gewaltigen Gelände sehr schnell von den anderen wegkommen kann. Zweitens sollten Sie sich unbedingt die albern aussehenden signal-roten Überschuhe ausleihen, die verhindern, dass man in dem sehr tiefen feinen Sand diesen auch in die Schuhe bekommt. Leihen sie diese ruhig gleich am Parkplatz aus, denn dann kommen Sie billiger weg, als wenn sie das im Areal selbst nachholen.

Viele chinesische Gäste ersparen sich den tatsächlich äußerst anstrengenden Aufstieg zu Fuß und nehmen eines der zahlreichen Kamele, die hier auf Kundschaft warten (naja… eigentlich warten eher die Kamelbesitzer auf Kundschaft). Wer es ganz luftig mag, der kann das Areal sogar mit einem Ultralight-Flugzeug von oben bewundern. Aber ganz ehrlich: Trotz aller Anstrengung ist es um ein Vielfaches befriedigender, wenn man sich selbst hinauf quält und dann den grandiosen Ausblick auf die Sandberge, auf die grüne Oasenstadt Dunhuang oder den faszinierenden Mondsichelsee genießt. Letzterer ist ein kleiner See zwischen zweien der Sandberge. Eines der vielen Wunder der Wüste.

Übrigens ist der Ming Sha Shan bei weitem nicht die einzige Attraktion Dunhuangs. Eigentlich kommen die meisten Gäste wegen der berühmten Mogao-Grotten hierher, die zum Bedeutendsten gehören, was buddhistische Kunst jemals hervorgebracht hat. Auch Fahrten in die Wüste, zum Beispiel zum Yumen Pass oder Überresten der chinesischen Mauer aus der Han-Zeit sind zu empfehlen.

Dunhuang selbst ist eine kleine und angenehm entspannte Stadt mit netten Einwohnern. Sie lebt eindeutig vom Tourismus und das Stadtzentrum ist gut auf die Gäste eingestellt, so dass man abends überall flanieren, shoppen, Bier trinken und (in China besonders wichtig) essen kann.

Dunhuang und der Ming Sha Shan sind auf Seidenstraßenreisen meiner Erfahrung nach ein absolutes Muss!

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