Fliegende Schätze und Raritäten – das chinesische Luftfahrtmuseum Xiaotangshan

Peking ist Reich an Sehenswürdigkeiten. Weltbekannt sind u.a. der Kaiserpalast, das Tiananmen oder die Große Mauer vor den Toren der Stadt. Ebenfalls außerhalb, aber nicht ganz so weit wie die Mauer, gilt es einen weiteren Schatz entdecken. Ein wahres Muss – zumindest für all diejenigen, die sich auch nur ansatzweise für Luftfahrt interessieren!

Nördlich von Peking gibt es einen kleinen Berg mit Namen Xiaotangshan. Duch die gesamte Länge des Berges zieht sich ein Tunnel. Dieser wurde einst aber nicht für Autos gebaut. Es handelt sich dabei vielmehr um einen gewaltigen, bombensicheren Flugzeug-Hangar. Heute beherbergt der Hangar nicht nur Dutzende historische Flugzeuge, sondern auch eine moderne Ausstellung zur Geschichte chinesischer Luftfahrt. Außerhalb des Hangars stehen auf einer großen Freifläche eine gewaltige Menge weiterer Flugzeuge. Viele davon viel zu groß, um sie im Hangar unterbringen zu können. Nicht wenige Exponate sind heute unglaublich rar. Selbst in Museen weltweit gibt es z.B. nur noch eine Hand voll des unglaublich eleganten Jets Tupolev Tu-124 zu sehen. Oder wo sonst gibt es die Möglichkeit einmal in die Regierungs-Maschine von Mao Zedong hinein zu schauen? Übrigens: Außer einem hölzernen Bett für den großen Steuermann, das optisch überhaupt nicht in ein solches Flugzeug passt, ist diese Iljuschin Il-18 erstaunlich normal ausgestattet.

Das Museums-Areal wurde jüngst vollständig renoviert und auch die meisten Maschinen scheinen neue Farbe bekommen zu haben. Manche, wie die seltenen Tridents von Hawker Siddeley, machen den Anschein, als wären Sie mit ein paar Handgriffen wieder flugfähig. Sie werden jedoch, wie die äußerst kurios wirkenden Wasserflugzeuge Beriev Be-12 oder Harbin SH-5, allesamt nie wieder abheben. Schade eigentlich!

Besonders erwähnenswert ist übrigens, dass das Freigelände des Museums keinen Eintritt kostet! Lediglich der unterirdische Hangar (ca. 2 Euro), der Eintritt in die Regierungs-Iljuschin (50 Cent) oder ein paar für Ausländer weniger interessante Sonderausstellungen kosten einen bescheidenen Obulus.

Kuiroser Weise ist das Museum „Xiaotangshan“ im Ausland meist als „Datangshan“ bekannt, wobei „Xiao“ klein bedeutet, „Da“ jedoch „groß“. Warum das so ist, konnte ich noch nicht herausfinden…

Leider ist die Anbindung an den öffentlichen Verkehr Pekings praktisch nicht existent. Es empfiehlt sich also, im Voraus einen Transfer hierher organisieren zu lassen. Bei Interesse am besten einfach mal bei „feel China“ nachfragen!

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