China und Fukushima: Von „Nachbarn“ zu reden, wäre übertrieben

Japans Tragödie ist in aller Munde und in allen Köpfen. Die Opferzahlen der Naturkatastrophe sind gewaltig und die Angehörigen verdienen unser Beileid und Unterstützung. Leider „überstrahlt“ das Chaos im Kernkraftwerk Fukushima diese Bilder mittlerweile. Und leider löst das Unglück bei vielen Ängste aus, die zum Teil irrational sind. Zum Beispiel haben immer mehr Menschen Angst, nach China zu reisen. Vermutlich weil Japan und China beide in Asien liegen und vermeintliche Nachbarn sind. Tatsache ist aber, dass Fukushima von China ganz schön weit weg ist. Um es zu verdeutlichen: Von Berlin nach Tschernobyl sind es Luftlinie ca. 1.200 Kilometer. Von Fukushima nach Peking sind es hingegen rund 2.150 Kilometer.

Von den touristischen Zielen Chinas, die oft besucht werden, liegt Shanghai mit ca. 1.900 Kilometer zwar etwas dichter dran, doch auch in China werden regelmäßig Messungen der Radioaktivität vorgenommen. Mit dem Ergebnis, dass die – tatsächlich nachweisbaren – radioaktiven Partikel aus Japan noch sehr, sehr weit unter der Menge liegen, die auf natürliche Weise ohnehin jederzeit um uns herum existiert.

Bislang gehen anscheinend auch die größten Pessimisten nicht davon aus, dass die freigesetzte Radioaktivität mit der von Tschernobyl vergleichbar sein wird. Aufgrund der großen Entfernungen und der eher kurzen Verweildauer eines durchschnittlichen Reisenden in China kann man derzeit also davon ausgehen, dass die Gefahren für die Gesundheit von Reisenden extrem niedrig einzuschätzen sind.

Übrigens: Andere Städte sind noch viel weiter weg! Beispiele?

Fukushima-Xi’an ca. 2.900km

Fukushima-Hong Kong ca. 3.050km

Fukushima-Guilin ca. 3.100km

Fukushima-Kunming ca. 3.850km

Fukushima-Taklamakan Wüste (Seidenstraße) ca. 4.900km

Glauben Sie mir, ich bin seit jeher ein Gegner der Kernenergie gewesen, beziehe seit Jahren Ökostrom und möchte nichts beschönigen. Trotzdem sollte man realistisch bleiben. Ich jedenfalls habe meinen Urlaub in China fest gebucht. Und ich freue mich auch darauf!

Ein Gedanke zu „China und Fukushima: Von „Nachbarn“ zu reden, wäre übertrieben

  1. Ich muss sagen das ich sehr verwirrt bin und mir nicht sicher bin ob wir in zehn Tagen die Dienstreise antreten sollten. Jedoch finde ich es beruhigend auch wenn es ein Desaster wäre das Hong Kong relativ weit weg ist.

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